Gesungen hat Martin Hauzenberger schon in frühester Jugend. In der Familie eines Methodistenpfarrers war das ganz selbstverständlich. Klein-Martin hatte damals auch seine ersten Auftritte als Strassenmusiker – mit wenig Begeisterung. Vor Weihnachten hiess es da nämlich, im Zürcher Niederdorf fromme Lieder vorzutragen.


Foto: Susann Moser-Ehinger.

1976 im Theatercafé «Zum Teufel» in Basel.
Später begann Hauzi, englische und amerikanische Folk Songs nachzusingen. Peter, Paul and Mary, die Brothers Four oder das Kingston Trio waren die ersten Favoriten. Dann wurden ihm die Singers/Songwriters um Bob Dylan, Phil Ochs und Tom Paxton immer wichtiger und – inspiriert von den dauernd im Teenagerzimmer laufenden Langwellensendern Europe 1 und France Inter – auch die Franzosen Georges Brassens, Léo Ferré, Jean Ferrat und (der noch nicht als Belgier wahrgenommene) Jacques Brel. Auch die Beatles und die Rolling Stones tauchten zuerst dank den französischen Hitparaden in der Berner Stube auf.

Dann natürlich die Berner, vor allem Mani Matter und Fritz Widmer. Die liessen sich auch besser nachsingen. Und mit der Zeit sogar kopieren.


Foto: Rudolf Keller.

1979 am Folkfestival auf dem Gurten mit der Reiti Musig, Roger Heinz, Jürg Jegge (Cello) und Tinu Heiniger (Klarinette).
Schliesslich nahm Martin Hauzenberger seinen ganzen Mut zusammen und schickte Hugo Ramseyer vom Berner Zähringer-Refugium und Zytglogge-Verlag ein paar Lieder – und durfte 1972 tatsächlich auf die Zähringer-Bühne. Es entstand die Gruppe "Berner Chansonniers", in Anlehnung an die berühmten "Berner Troubadours" und die "Berner Trouvères". Zu den "Chansonniers“ gehörten Susi Tellenbach, Michael Graf, Hugo Ramseyer und Martin Hauzenberger. Mitte der 1970er-Jahre absolvierten sie ungezählte Auftritte in den damals zahlreichen Schweizer Kleintheatern. Und in der höchst aktiven Politliedermacher-Szene der Siebzigerjahre sang Hauzenberger auch oft an gemeinsamen Veranstaltungen mit Kollegen wie Aernschd Born, Tinu Heiniger, Urs Hostettler, Jürg Jegge, Walter Lietha und Gusti Pollak.


Foto: Maja Burkhard.

1982 in Bollement mit Erwin Bucher (Geige) und Paulin Nuotclà (Gitarre).
Ende der Siebzigerjahre tat er sich dann mit dem in Bern Geologie studierenden Thurgauer Roger Heinz zusammen. Der war damals in zahlreichen Berner Formationen musikalisch aktiv. Seit dreissig Jahren liefert er dem Hauzi schon wunderbare Begleitungen und musikalische Inspirationen aus unterschiedlichen Stilen. Und mit dem Hackbrett erschloss sich Martin Hauzenberger eine weitere Musikwelt – vom Emmental bis Finnland, vom Appenzellerland bis hinaus in die ganze World Music.


Foto: Lisa Schäublin.

1990 mit der Cargo Street Music an der Güterstrasse in Bern.
Und als der Hauzi in den Achtzigerjahren an der Güterstrasse in Bern im selben Haus wie Klarinettist, Journalist und PR-Fachmann Karl Johannes Rechsteiner wohnte, entstand der Kontakt zur musikalischen Familie Rechsteiner mit ihrer Stubemusig. Auch der hat bis heute gehalten, wie die neuste CD "Früecher – hütt – gäng" dokumentiert.


Foto: Marcus Gyger.

2008 mit Roger Heinz und den Gebrüdern Rechsteiner im Aufnahmehäusle an der Polygonstrasse in Bern.
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